Kettenschaltung

Ein Fahrrad ohne Gangschaltung wird heute kaum noch verkauft, mindestens drei Gänge erwartet jeder Käufer eines Rades. Waren früher bei Nabenschaltungen fünf Gänge das Maximum, lassen sich auch bei dieser Form der Schaltung inzwischen sieben und mehr Gänge realisieren, wobei der Käufer auf Wunsch weiterhin einen Rücktritt zur Verfügung hat. Wichtig bei einer Kettenschaltung ist die regelmäßige Reinigung sowie das häufige Nachfetten besonders der Kette.

Kettenschaltungen

Die meisten für den sportlichen Einsatz ausgelegten Fahrräder sind mit einer Kettenschaltung ausgerüstet. Bei dieser Schaltung läuft die Fahrradkette in einer Schaltschwinge um zwei Kettenrädchen herum. Durch die Betätigung des Schalthebels wird die Schaltschwinge seitlich geschwenkt, so dass die Kette das Ritzel wechselt. Mittels einer Rückholfeder wird die Kettenspannung ausgeglichen.

Bei einer Kettenschaltung finden sich vorne zumeist zwei oder drei Ritzel, während die Anzahl der hinteren Ritzel zwischen fünf und neun variiert, auf diese Weise ergibt sich eine theoretische Anzahl von zehn bis siebenundzwanzig Gängen, von denen unter realen Betriebsbedingungen einige aber nicht genutzt werden. Während früher vor dem Schaltvorgang kurz mit dem Treten ausgesetzt werden musste, erlauben moderne Schaltungen auch ihre Verwendung unter der vollen Last. Diese Verbesserung ist insbesondere für Mountain Bikes nützlich, da bei ihrer Verwendung im Gelände der Fahrer mitunter durch einen geschickten Gangwechsel einen Sturz vermeiden kann. Sehr gute Schaltungen ermöglichen auch die Vorwahl eines Ganges aus dem Stand heraus.

Erreicht wurde dieser Fortschritt durch die Hyperglide Schaltung, bei welcher die Kette nicht mehr über mehrere Zahnräder hinweg überspringt, sondern Zahn um Zahn abarbeitet und dabei von einem Ritzel auf das nächste übergeht. Weitere Verbesserungen betreffen den Schalthebel, bei welchem es neben der stufenlosen Schaltung auch Modelle mit einem hörbaren Einrasten gibt, welche dem Fahrer das gewählte Ritzel eindeutig anzeigen.

Der Umwerfer bewirkt, dass die Kette auf ein größeres oder kleineres Kettenblatt umspringt, wobei beim Schalten am vorderen Kettenwechsler teilweise unsauber abläuft. Moderne Schaltungen leisten Abhilfe durch eine Veränderung der Position der Schaltgabel, ergänzend lässt sich die Kette für das Schaltwerk optimieren, indem Hilfs- und Fangzähne die ihre sichere Beweglichkeit unterstützen.

Um ein gleichmäßiges Abnutzen der einzelnen Ritzel zu erreichen, werden diese im Idealfall annähernd gleichmäßig benutzt. Gerade Gelegenheitsfahrer, die erstmals ein Rennrad oder Mountain Bike besitzen, neigen häufig dazu, nur die beiden kleinsten sowie die beiden größten Gänge zu benutzen. Abgesehen davon, dass auf diese Weise die Möglichkeiten der Gangschaltung zu einem großen Teil verschenkt werden, belastet dieses Verhalten das Schaltwerk einseitig und führt zu einem beschleunigten Verschleiß der übermäßig beanspruchten Ritzel. Wenn die Kette den Schaltbewegungen des Umwerfers nur zögerlich folgt, muss entweder der Umwerfer tiefer gesetzt werden oder es ist ein Austausch der Kettenblätter erforderlich. Wichtig ist ferner das spielfreie Einstellen der Innenlager sowie das Ausrichten des Umwerfers zur Kettenblattflucht hin, damit die Kette ohne Berührung des Umwerfers läuft.

Nach einem Sturz schleift die Kette bei großen Gängen gelegentlich an den Speichen, die Ursache dafür ist, dass sich das Schaltungsauge nach innen verbogen hat. In diesem Fall ist das Richten von Schaltung und Hinterrad erforderlich. Wer nicht über sehr gute technische Kenntnisse und zugleich überdurchschnittliches handwerkliches Geschick verfügt, überlässt sein Rad für diese Reparatur besser dem Fachhändler.

Recht einfach zu beheben ist hingegen eine Verzögerung beim Schaltvorgang. Wenn die Kette nicht sofort nach der Betätigung des Schalthebels ihre Position wechselt, verfügt diese häufig nicht über die richtige Länge und muss entweder verkürzt oder verlängert werden. Eine andere mögliche Ursache besteht einer zu geringen Federspannung der Schaltschwinge.

Treten die Schaltverzögerungen nur beim Herunterschalten auf, sind häufig Seilhüllen beschädigt und müssen ausgewechselt werden. Eine andere mögliche Ursache ist die Verschmutzung des Schaltseiles. Gelegentlich erleben Benutzer von Kettenschaltungen, dass ihr Schaltwerk ohne ihren Willen tätig wird, besonders bei einer Fahrt im Wiegetritt kommt es zu unbeabsichtigten Gangwechseln. Häufige Ursache für diesen Effekt ist eine zu große Federspannung oder ein zu geringes Eindrehen der Schraube am Anschlagblech. Wer Reparaturen an der Kettenschaltung seines Fahrrad vornehmen möchte, sollte über eine gute Werkstattausrüstung und ein wenig Platz im Keller oder der Garage verfügen. Ein passender Werkstattwagen hilft euch immer das passende Werkzeug parat zu haben und alles ordentlich und trocken zu verwahren. Mit einem Montageständer, dem passenden Werkezeug und ein wenig Übung können sehr viele Arbeiten am Fahrrad selbst erledigt werden. Für andere Arbeiten – bei denen Spezialwerkzeug notwendig ist – sollte eine Fahrradwerkstatt aufgesucht werden.

Wenn die Fahrradkette beim Schaltvorgang häufig abspringt, ist meistens die Kette zu lang und das Herausnehmen eines Kettengliedes reicht für die Behebung des Ärgernisses aus.

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